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Geschichte |
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Als
in den Jahren 1912 und 1913 das Garather Schloss durch den Architekten
Wöhler von Grund auf neu gebaut wurde und der Rittmeister a.D. Albert
von Burgsdorff und Schöpfer dieses Schlosses im Sommer 1913 aus der
Stadt Düsseldorf in das alte Garath zog, war bereits zuvor die
Freiwillige Feuerwehr Garath gegründet worden. Im Februar des Jahres
regte Albert von Burgsdorff als Gemeindevorsteher von Garath die
Gründung einer freiwilligen Feuerwehr an. Das offizielle Gründungsdatum
beläuft sich auf den 23.02.1913. Fünfundzwanzig Einwohner traten dieser
neuen Einrichtung bei, deren erster Brandmeister der Förster Deronet
war. Die Kameraden gaben sich noch im selben Jahr eigene Statuten. Eine
Zweihundertliterhanddruckspritze wurde angeschafft, um für den
Brandfall gerüstet zu sein, doch schon zuvor gab es die Einrichtung
einer Feuerwehr in Garath. |
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Bereits
1852 beantragte die Gemeinde Garath bei der damals zuständigen
Bürgermeisterei Benrath Brechgeräte und eine Brandspritze, die in den
nächsten Jahren auch angeschafft wurden. Eine neue zentrale
Unterbringung der Gerätschaften wurde notwendig, sodass es nicht lange
dauerte bis 1882 die Gemeinde für 610 Mark ein Spritzenhaus an der Ecke
Kapeller Hofweg/Am Kapeller Feld durch Adam Grevels errichten ließ. Das
Häuschen maß „in der Front 10 Fuß, Länge 10 Fuß, Höhe 7 Zoll, Doppeltür
von 6 Zoll“ (ca. 3,20 m x 3,20 m in der Grundfläche, war 2,25 m hoch
und hatte eine Doppeltür von 1,90 m Höhe). Bis 1914 blieben die
Gerätschäften in diesem kleinen Häuschen. Anschließend wurden sie in
dem von Burgsdorff neu errichteten Spritzenhaus an der Hauptstraße
(später: Frankfurter Straße) gelagert. Nach 1914 wurde das alte
Spritzenhaus als Umformerhaus [von elektrischen Strom umformen] 1958
genutzt. |
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Handdruckspritze, Baujahr 1893 |
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Doch
schon vor den genannten Spritzenhäusern bestand eines „wo der Weg vom
Kommunalweg zur Försterei abbiegt“ (Ecke Kapeller Hofweg/Am Kapeller
Feld), so die Quellen. Es gab schon im 17. Jahrhundert, etwa um 1650,
eine Feuerwehr in Garath. Damals war es für jeden Einwohner Pflicht
gewesen, sich an der Löschung eines ausgebrochenen Brandes zu
beteiligen. Die Lage des vor 1852 bestehenden Hauses deutete darauf
hin, dass es errichtet wurde, als die Entstehung des Ortsteils Garather
Brücke, nach 1675 mit Gründung eines Gasthofes und später mit der
Errichtung einer Schmiede, noch nicht gedacht war. Obwohl das
Feuerwehrwesen in Garath schon eine Geschichte von über 350 Jahren
aufweist, gibt es sie offiziell erst seit bald 96 Jahren. |
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Gruppenbild um 1932 |
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Albert
von Burgsdorff entschied 1913 sich zu einer organisierten Wehr, weil
der Brandschutz nur unzureichend war. Im Regelfall wurde zuvor die
organisierte Feuerwehr aus Urdenbach benötigt, die einen Anfahrtsweg
von einer halben Stunde hatte, weil die meist notwendigen Gerätschaften
zur effektiven Bekämpfung des Feuers fehlten. Bis aber die Urdenbacher
oder auch die Benrather Wehr informiert waren und erst einmal zum
Einsatzort ausrückten verging wieder Zeit, sodass die Gründung einer
eigenen Wehr für den Brandschutz mehrerer Höfe und des Schlosses
unumgänglich wurde. Es brachen immer wieder Brände aus, die große Teile
der Gehöfte vernichteten. |
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Schlauch- und Gerätewagen der FF-Garath |
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Als
dann 1913 das neue Garather Spritzenhaus mit einem großen Übungsgelände
an der Hauptstraße bei einer Gastwirtschaft entstand und 1914 bezogen
werden konnte, wurden darin auch eine Arrestzelle und ein
Landgendamerieposten durch Burgsdorffs Bemühungen eingerichtet. Die
Gemeinde zahlte zur Nutzung des Gebäudes jährlich 100 Mark Miete an
ihren Gemeindevorsteher. Ein Übelstand der Feuerwehr war zu Beginn,
dass die Zweihundertliterhanddruckspritze nur durch Menschenkraft von
der Stelle bewegt werden konnte, sodass die Feuerwehrleute bereits
erschöpft waren, wenn sie an der Brandstelle ankamen. Die
Saug-Druckspritze wurde bei der Gründung vom Löschzug Benrath-Mitte für
750 Reichsmark erworben. Schon bei ihrer Übernahme war sie zwanzig
Jahre alt. Weitere Ausrüstungsgegenstände waren damals zu Beginn ein
Strahlrohr, eine Anstellleiter, eine Laterne, 18 m Hanfschlauch, 21
Leder Eimer und ein Brandhaken. Die Spritze wurde von 4 Kameraden
bedient. Am Einsatzort wurden Eimer mit Wasser gefüllt, welche dann von
Mann zu Mann zum Brandherd gereicht wurden. |
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Der
Erste Weltkrieg unterbrach durch die allgemeine Mobilmachung die erste
Ausbildungsphase der Männer von der neuen Feuerwehr am 30.07.1914,
sodass am 15.06.1915 durch die allgemeine Mobilmachung lediglich nur
zwei Feuerwehrleute nicht zum Kriegsdienst einberufen wurden. Die
Freiwillige Feuerwehr war also nicht mehr handlungsfähig. Als in den
ersten Stunden des Jahres 1919 der Gemeindevorsteher Albert von
Burgsdorff verstirbt, übernimmt sein Sohn Alhard von Burgsdorff die
Geschicke. Schließlich fand nach dem Krieg ein neuer Aufbau der Wehr
statt, da die Freiwillige Feuerwehr nur wenige Jahre bestand hatte.
Nach mehreren vergeblichen Versuchen gelang es sie am 22.08.1921
wiederzugründen. Damals konstituierte man eine Mannschaft bestehend aus
34 Personen, die die Statuten der ersten Freiwilligen Feuerwehr von
1913 übernahmen. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten wurde die
freiwillige Feuerwehr zu einem festen Bestandteil des Ortes Garath.
Am 01.03.1924 erkennt der Regierungspräsident die Freiwillige Feuerwehr
Garath schließlich an. Alsbald stand auch der Erwerb neuer
Ausrüstungsgegenstände an. Im Jahre 1925 schaffte die Gemeinde eine
neue Vierhundertlitermotorspritze an. Mit diesem Gerät war die
Freiwillige Feuerwehr endlich in der Zivilisation angekommen und
bestens ausgestattet. Im Zuge der ständig steigenden Einwohnerzahlen
und den sich vergrößernden Höfen wurden immer mehr Gerätschaften
angeschafft. Garath nannte sich bald das Mekka der Geflügelzucht, da
die Höfe Vorreiter für den ganzen Globus waren. Hunderte Pilger sahen
sich die Zuchten an, die Brandlasten wurden immer mehr. Große Brände
aus dieser Zeit waren der Waldbrand im März 1919, das Großfeuer am
Kapeller Hof am 29.05.1927 und das durch einen 9-jährigen Jungen, der
mit Streichhölzern spielte, entfachte Großfeuer abermals auf dem
Kapeller Hof. Im Dezember 1928 wurde ein Steigeturm in Auftrag gegeben,
der erst 1978 im Zuge des Ausbaus der Bundesstraße 8 (Frankfurter
Straße) wieder abgerissen wurde.
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Altes Gerätehaus, 1914 - 1982 |
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Steigeturm von 1929 |
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Der
großen Gebietsreform konnte das kleine Garath nicht standhalten und
wurde in die selbstständige Stadt Benrath 23.05.1929 eingemeindet. Bei
den Forderungen an die neue Stadt für Garath taucht die Freiwillige
Feuerwehr zwischen den Lehrerwünschen auf, ihr bedurften aber damals
keine Zuschüsse zu ihrer Verbesserung, da es sich um eine ‚moderne
Ortsfeuerwehr‘ handelte. Zum 31.07.1929 wurde Garath in die Stadt
Düsseldorf eingemeindet. Infolgedessen entstand ein Verband der
Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Düsseldorf, dem die FF-Garath
beitrat, der jedoch 1934 wieder aufgelöst wurde. |
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Kraftzugspritze Opel Blitz, 1950 - 1963 |
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Der
Zweite Weltkrieg veränderte die Strukturen der Wehr, da sie
vorübergehend auch als Hilfspolizei eingesetzt wurde und etliche
Kameraden in den Wehrdienst berufen wurden. Nach dem Krieg verzeichnete
die Gruppe nur noch 14 aktive Mitglieder und die Ausrüstungsgegenstände
waren entweder defekt oder schwer beschädigt. Ein Neuaufbau war wieder
nötig geworden. In den Jahren 1947-1950 erhielt die Löschgruppe ein LF
TSA8. Am 19.08.1950 bekam die Löschgruppe eine Kraftzugspritze Opel
Blitz nebst dazugehöriger Tragkraftspritze TS8 im eigenen Anhänger.
1963 wurde dieses Fahrzeug durch ein Tragkraftspritzenfahrzeug, welches
aus einem Krankenkraftwagen (KKW 7) umgebaut wurde, ersetzt. Bereits
1968 wurde dies wieder von einem Tragkraftspritzenfahrzeug auf Ford
Transit mit TS 8/8 abgelöst. Währenddessen wuchs die Trabantenstadt
Garath immer weiter und das Gerätehaus von 1913 wurde zu klein. Ebenso
unzureichend wurde die Behausung der Berufsfeuerwehrwache im Benrather
Schloss, die am 10.06.1930 eingerichtet wurde, sodass die Freiwillige
Feuerwehr 1982 mit in das neu errichtete Gebäude an der Frankfurter
Straße einzog, in dem gleichzeitig auch noch die Feuerwehrschule
eingerichtet wurde. Zum Einzug in die neue Wache erhielt die
Löschgruppe ein Löschgruppenfahrzeug (LF 16), welches bis 1998 in
Dienst blieb und gegen ein LF 16 ‚Iveco Magirus Eurofire‘ mit
Magirus-Aufbau ausgetauscht wurde. Zudem ergänzten später zwei LF 16-TS
(Löschgruppenfahrzeug mit Tragkraftspritze) den Fuhrpark. |
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LF 16, 1982 - 1998 (Baujahr 1972) |
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Im
Jahr 2001 wurde die Jugendfeuerwehr der Löschgruppe Garath gegründet,
die u.a. für einen Großteil des Nachwuchses der aktiven Mitglieder
verantwortlich ist. Insgesamt hat die Freiwillige Feuerwehr Garath
heute 45 Mitglieder (12 Jugendfeuerwehr, 26 Aktive Abteilung, 9
Ehrenabteilung). [Stand 01.11] |
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Mittlerweile
besteht der Fuhrpark aus einem LF 16, einem LF 20/6-TS, einem LF 16-TS,
einem GW-L2 SW 2000 und einem MTF. Seit 1996 übernimmt die Löschgruppe
Garath zusätzlich Sonderaufgaben für das gesamte Stadtgebiet. Die
Gruppe ist im Konzept für einen Massenanfall von Verletzten integriert
und für die Wasserförderung über lange Wegestrecken zuständig. |
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Florian Töpfer, 01.2009 |
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